Ba-Ba-Banküberfall
February 28th, 2007Sowas gibt es nur in Österreich. Ein mit einer Plastikpistole bewaffneter Geiselnehmer in einer Bank, der daran verzweifelt, daß das Klo versperrt ist. Eine Polizei, die das Telefon der Bank nicht sperren läßt. Nachbarn, die das bekannte Lied Ba-Ba-Banküberfall von der EAV in voller Lautstärke dazu aus dem Fenster dröhnen lassen. Eine Spezialeinheit des russischen Innenministeriums, die sich eigentlich eine Übung ansehen wollte - aber lieber auf halbem Weg umkehrt und dahinfährt, wo es so richtig österreichisch zur Sache geht. Und ein Reporter einer ÖSTERREICHischen Tageszeitung, der einfach mal so in der Bank anruft, um den Geiselnehmer zu interviewen … und das Interview verlief ungefähr so:
Journalist: Guten Tag, ich wollte mit dem Herrn sprechen, der dort mit ein paar Leuten drinnen sitzt. Mit wem hab ich die Ehre?
Mitarbeiter: Mitarbeiter der Bawag.
Journalist: Verstehe. Das heißt, Sie sind Geisel?
Mitarbeiter: Ja.
Journalist: Was passiert jetzt grad?
Mitarbeiter:Wer sind sie bitte?
Journalist:Mein Name ist Hagyo von der Tageszeitung Österreich.
Mitarbeiter:Na bitte, jetzt nicht.
Journalist: Könnte ich bitte den Herrn, der Sie bedrängt, sprechen?
Mitarbeiter:Von wem sind Sie?
Journalist:Österreich
Mitarbeiter(zum Geiselnehmer):Ein Herr von der Zeitung Österreich.
Geiselnehmer:Gib her!
Mitarbeiter: Ich verbinde.
Journalist: Danke sehr.
(Tonbandschleife des Bankinstituts)
Jounalist: Hagyo. Hallohallo.
Geiselnehmer: Hallo.
Journalist: Grüße Sie, mein Name ist Hagyo von der Tageszeitung Österreich.
Geiselnehmer: Wia haaßen Sie?
Journalist: Hagyo. Von der Tageszeitung Österreich.
Geiselnehmer: Und? Was san Sie für a Landsmann?
Journalist: Österreicher.
Geiselnehmer: Hagyo is ja ka Landsmann.
Journalist: Dochdoch, glauben Sie mir.
Geiselnehmer: Ok, und weida?
Journalist: Na, i wollt fragen, wie geht’s Ihnen so?
Geiselnehmer: Wie geht’s Ihna?
Journalist: Mir geht’s ausgezeichnet.
Geiselnehmer: Na sehn Sie.
Journalist: Aber das ist jetzt nicht die Frage, ich habe gehört, Ihnen sind Zigaretten geliefert worden.
Geiselnehmer: Na, wir ham kane Zigaretten. Sind sie von der Kronen Zeitung?
Journalist: Na, von Österreich.
Geiselnehmer: Pass auf amol. Jetz sog i da aans, Märchenprinz. I hob weder Zigaretten kriagt no sunst wos. Und jetzat dann weama no amoi anruafa, dass ma endlich amoi aufs Klo gehen kennan. Weil’s Klo is abgesperrt.
Journalist: Wirklich? Wieso ist es abgesperrt.
Geiselnehmer: Na weil’s zua is. Wos haast, wieso is es ogsperrt?
Journalist: Ist des normal dort?
Geiselnehmer: Na des is net normal. Jetzt schiaß i da eini amol. I kenn die net, wie haßt du. Hoaaa……Wüßst a Geisel sprechen?
Journalist: Na, i wollt fragen, wias jetz weitergehen wird.
Geiselnehmer: Wos hast, wias weitergeht? Woher ham Sie die Nummer überhaupt?
Journalist: Aus dem Telefonbuch.
Geiselnehmer: Des gibt’s net.
Journalist: Sicher.
Geiselnehmer: Wos hast sicher? Wie redst’n mit mir? Das haaßt ja.
Journalist: Ja.
Geiselnehmer: Des huacht si besser an.
(Klack – aufgelegt.)
Journalist: Hallo?
Als Interview gibt das ja nicht besonders viel her.
Aber dafür handelt es sich wohl um ein historisch unschätzbar wertvolles Zeitzeugnis - tatsächlich, so ist ÖSTERREICH! Und es ist auch, wie es sich für Österreich gehört, niemandem etwas passiert.




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