Ist der ÖGB am Ende?
Die Story ist bekannt - die BAWAG, die nicht den Arbeitern und der Wirtschaft, sondern dem ÖGB gehört, hat unter tatkräftiger Mithilfe von Wolfgang Flöttl (Sohn des ehemaligen BAWAG-Generalsekretärs) Milliarden verspekuliert und wurde vom ÖGB gerade noch vor dem Konkurs bewahrt.
Und jetzt will’s keiner gewesen sein, und keiner hat was gewußt.
Der mittlerweile zurückgetretene ÖGB-Vorsitzende Fritz Verzetnitsch und der ebenfalls entlassene ÖGB-Finanzchef Günter Weninger stellten, angeblich im Alleingang, den Streikfond des ÖGB zur Rettung der maroden Bank zur Verfügung.
Der ehemalige BAWAG-Chef Helmut Elsner hat sich mit einer 6,8-Millionen-Pensionsabfertigung verabschiedet. Von seiner “günstigen” Penthouse-Wohnung gar nicht zu reden.
Der neue Chef Hundstorfer jammert jetzt, reingelegt worden zu sein, weil er die Unterschrift geleistet hat, mit der der ÖGB noch mal 1,5 Milliarden Euro Schulden von der BAWAG übernommen hat. Wofür werden angebliche Spitzenmanager eigentlich bezahlt, wenn sie nicht mal wissen, was sie unterschreiben?
Und das Schlimme daran ist, daß hier nicht mal “anonymes” Steuergeld verschwendet wird, sondern genau das Geld, das die Gewerkschaftsmitglieder Monat für Monat brav einzahlen.
Der ÖGB hat vielleicht nicht seine Existenz, aber auf jeden Fall seine moralische Existenzberechtigung verspielt.



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September 29th, 2006 at 4:42 pm
[...] Oder Alfred Gusenbauer, der schwer an dem BAWAG-Gewerkschafts-Desaster zu tragen hat und Spitzengewerkschafter aus dem Nationalrat verbannt hat? Wenn man nach der Binsenweisheit geht, daß, wer im Fernsehen schwitzt, verliert, dann hat er wohl keine Chance. Die Meinungsforscher geben ihm 34-36 Prozent. [...]