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Schumachers Sieg der Schande am A1-Ring

Hat das noch etwas mit Sport zu tun? Der Große Preis von Österreich auf dem A1-Ring brachte einen Sieg von Michael Schumacher, doch es liegt ein dunkler Schatten darüber: Eigentlich hätte Teamkollege Rubens Barrichello gewonnen, doch die Stallorder verbannte den Brasilianer auf Platz zwei.

Schumachers Schandsieg

Siegerehrung

Bei der Siegerehrung überläßt Schumi den Platz am Siegespodest Rubens Barrichello. Der Sieg ist ihm offensichtlich selber peinlich.

Michael Schumacher

Schiebung? Das Publikum ist empört

Das Publikum ist empört. Man hört “Schiebung!”-Rufe, und bei Interviews nach dem Rennen sagen viele Fans, daß sie beim nächsten Rennen nicht mehr kommen wollen.

Internationale Pressestimmen:

Bild: “Sieg der Schande. Schumi, hast du das nötig? Noch nie wurde der Sieger eines Rennens so ausgepfiffen. Der Sport hat verloren, weil über Sieg und Niederlage nicht auf der Piste, sondern im Kommandostand der Boxengasse entschieden wurde. Schumi hat verloren, weil sein so genannter Sieg ein Betrug an seinen Millionen Fans ist. Machenschaften wie die von Ferrari müssen ab sofort hart bestraft werden!”

Süddeutsche Zeitung: “Auf Geheiß der Teamleitung den schnelleren Teamkollegen zu überholen, wird als eine der typischen Schumacher-Gesten haften bleiben. Wie die Karambolage, wegen der er die erste Weltmeisterschaft gegen Damon Hill gewann. Oder der Rammstoß, mit dem er 1997 versuchte, Jacques Villeneuve die Krone zu entreißen. Schummel-Schumi musste er sich damals nennen lassen. Durch fahrerische Glanztaten hat er ihn selbst in Vergessenheit geraten lassen. Jetzt ist er wieder da”

Berliner Zeitung: “Der Weltmeister schämt sich. Einen solch unglücklichen Sieger gab es in der Formel 1 noch nie.”

Express: “Die rote Schande - Schumacher peinlichster Sieg. Schumi, hast du das nötig? So ruinierst du deinen Ruf. Michael Schumacher ist der größte Rennfahrer aller Zeiten. Auf dem Weg zum großen Sportsmann ist er gestern eine Runde zuviel gefahren.”

Stuttgarter Zeitung: “So werden aus Siegern große Verlierer. Der Bremsbefehl für Barrichello war ein Eigentor.”

Gazzetta dello Sport: “Großer Barrichello, kleiner Todt. Ferrari hätte einen großartigen Doppelsieg feiern können. Der Tag ist zu einem Sonntag der Schande geworden. Ferrari erntet einen neuen Erfolg, verlässt Zeltweg aber mit den Pfiffen der Fans in den Ohren. Der Triumph ist von einer Sünde überschattet, die schwer zu vergessen ist. Ferrari-Teamorder ist eine Beleidigung für Piloten, die ihr Leben auf der Piste aufs Spiel setzen, für das Publikum in Zeltweg, das Hunderte von Euro für zwei Stunden Rennen zahlt, und für die Millionen Zuschauer zu Hause.”

Corriere dello Sport: “Rubens, zum Verlieren bezahlt. Warum hat Ferrari einen fantastischen Doppelsieg mit einer derartigen Geste der Arroganz beschmutzt? Warum hat Ferrari Barrichello nach der Verlängerung des Vertrags zu diesem Opfer gezwungen? Ferrari hat vor den eigenen Fans bewiesen, dass der Rennstall nicht nur wegen seiner Technologie, Taktik und politischer Wendigkeit glänzt. Ferrari ist auch in schlechtem Geschmack groß.”

Corriere della Sera: “Barrichello, Siegen verboten. Ferrari ist zu einem weltweiten Mythos, nicht nur wegen seiner Duelle mit den Kolossen der Formel 1, sondern auch dank seines Images aufgerückt, eine Mischung aus Menschlichkeit der Piloten, Mechaniker und Ingenieure. Eine Mischung aus sportlichem Duell und Sympathie, die die Leute mehr als das militärische Klima der nördlicheren Rennställe anzieht. Eine derart unpopuläre Teamorder kann ausschließlich in entscheidenden Momenten der Meisterschaft gerechtfertigt werden, was in Zeltweg aber nicht der Fall war.”

La Repubblica: “Bei Ferrari siegt die Staatsräson. Schumacher führt die Weltmeisterschaft an, er muss Punkte gewinnen. Genau wie letztes Jahr. Doch damals war Schumis Position nicht so solide wie jetzt. Wäre Ferrari ein normales Team, wäre einfach Entrüstung angebracht. Aber Ferrari ist etwas mehr, eine weltweite Legende. Warum soll man diese Legende mit einer Bagatelle beschmutzen? Es ging ja nur um vier WM-Punkte. Das wäre wirklich nicht notwendig gewesen.”

Liberation: “Dieser Grand Prix hätte ein faires Ende verdient gehabt. Die Piloten in der Formel 1 verdienen zwar Respekt, dass sie bei der Ausübung ihres Luxusberufs ihr Leben riskieren. Das Verhalten von Ferrari kann dadurch aber nicht legitimiert werden.”

Le Parisien: “Ferrari soll sich schämen. Schumacher, bereits viermal Weltmeister und inzwischen auf den Spuren von Fangio, braucht keine geschenkten Siege. So wird sein Image zerstört.”

L’ Équipe: “Rote Karte! Es war eine traurige Vorstellung, die Ferrari auf den letzten 100 Metern geboten hat. Das war eine Vorstellung, die ganz im Gegensatz zu dem Mythos von Ferrari steht. Ferrari hat seinen Doppelsieg in eine Parodie verwandelt. Das hat den legitimen Zorn bei Tausenden Zuschauern an der Strecke und Millionen vor den Fernsehern ausgelöst.”

Kurier: “Die Formel 1 ist ein Krieg mit Milliarden-Budgets. All jene, die jetzt über die gnadenlosen Ferrari-Strategen herfallen, sollten nicht vergessen, dass es in diesem Kampf keine weißen Fahnen gibt. Was, wenn Michelin morgen für BMW-Williams einen Wunderreifen erfindet und die Ferrari-Siegesserie stoppt? Dann könnten Schumacher am Ende die vier Punkte von Österreich zum Titel fehlen.”

Kronen Zeitung: “Statt der dramatischen Oper von Spielberg: Was für ein lächerlicher Schwank! Regie: Ferrari. Das Finale erinnerte an einen Zieleinlauf bei den Radprofis, wenn der Domestik den Sprint anzog. Oder gar an Freistilringen? Rubens, heuer vom Pech verfolgt, aber das ganze Wochenende stärker als Michael, durfte nicht gewinnen.”

Der Standard: “Schumi fährt Auto, wenn er nicht schnell genug ist, schubst er andere hinaus, oder er lässt sich vom Team den anderen einbremsen. Solche Männer werden dann sympathische, von allen umjubelte Weltmeister.”

Die Presse: “Auch wenn strategische Überlegungen im Millionen-Spektakel eine wichtige Rolle spielen - wo nicht von den Fahrern auf der Piste, sondern in der Box von Teamchefs entschieden wird, wer vorn sein darf, auch wenn’s erst auf der Ziellinie ist, dort pfeifen die Fans zu Recht auf eine Manipulation. Mit Sport hat das nichts zu tun, sondern nur mit dessen Verhöhnung. Samt betrogenen Fans.”

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Mein pelziger Freund  [Free DeskMates]